Am 9. Juni besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 im Rahmen des Deutschunterrichts mit ihren Lehrerinnen Sandra Haffa und Dr. Gabriele Hoffmann eine Aufführung zu „Faust I“ in Frankfurt. „Faust“ ist wieder Abiturlektüre im Landesabitur 2027.
Gott und der Teufel wetten um die Seele von Faust, der immer strebt, aber unzufrieden mit seiner Situation ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Wissen anfangen soll. Faust ist in einer Krise, deprimiert und vom Leben gelangweilt. So verspricht er Mephisto, dem Teufel, seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, ihn von seiner Unzufriedenheit zu befreien. Mephisto nutzt die Gelegenheit und besiegelt den Pakt mit Blut. Wie mit Gott vereinbart, versucht er Faust vom rechten Weg abzubringen. Er eilt mit ihm von Event zu Event, von Auerbachs Keller zur Hexenküche und lässt ihn dort in einen jungen Mann zurückverwandeln. Er zeigt ihm im Spiegel das Bild einer jungen Frau, in die sich Faust sofort verliebt. Und nun nimmt das Verhängnis seinen Lauf…
Die Inszenierung versetzt das Drama von Goethe in das Hier und Jetzt. Mitteilungen werden via Handy übermittelt, Martha lässt als Influencerin andere an ihrem Leben teilhaben, Rastlosigkeit, Rausch, Konsum, Hemmungslosigkeit (in der Walpurgisnacht) zeigen das „Bild einer Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Macht und Moral, Begehren und Verantwortung, Gier und Erlösung“.
Am Folgetag diskutierten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler heftig darüber, inwieweit sich ihre Vorstellungen mit der Inszenierung deckten. Eine interessante, für Schülerinnen und Schüler vielleicht auch eine nicht ganz unstrittige Aufführung, die aber auch zum Nachbereiten und Nachdenken anregt.
Wir danken dem Elternfonds des Litauischen Gymnasiums für die finanzielle Unterstützung!
(Teile aus: https://www.kulturhaus-frankfurt.de/katakombe/stueckedetail/stueck/faust-der-tragoedie-erster-teil / und Theaterbroschüre