Am 19. August besuchte die Dichterin, Schriftstellerin und Kunsttherapeutin Vitalija Maksvytė das Litauische Gymnasium. In diesem Jahr erhielt die Autorin das Literaturstipendium des Landes Hessen, das ihr einen einmonatigen Residenzaufenthalt in Wiesbaden ermöglicht. Begleitet wurde der Gast von Madelyn Rittner, Vertreterin des Hessischen Literaturrats; für die Planung und Durchführung des Treffens zeichnete die Litauisch- und Literaturlehrerin Asta Geibel verantwortlich.
Die Autorin gestand, bereits in ihrer Kindheit vom Gymnasium gehört zu haben, und freute sich, vor Ort vertraute Gesichter wiederzusehen. Mit den Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse sprach V. Maksvytė über das Schreiben von Büchern, die Bedeutung von Illustrationen und die Feinheiten der Co-Autorenschaft. Bei der Vorstellung ihres Kinderbuchs „Liutė, Mikas ir paslaptingai dingusi tėčio žuvis“ (dt. „Liutė, Mikas und Papas geheimnisvoll verschwundener Fisch“) verriet die Schriftstellerin ein interessantes Detail: Obwohl die eigentliche Geschichte in nur wenigen Tagen entstehen könne, gehe viel Zeit in die Beratung mit Fachexperten. Diese helfen dabei, Fakten präzise darzustellen, da jedes Buch die Lesenden nicht nur erfreuen, sondern ihnen auch neues Wissen vermitteln solle.
Der Gast las den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ein Gedicht aus ihrem zehn Jahre gereiften Gedichtband „Ne kraujo, ne pieno“ (dt. „Weder Blut noch Milch“) vor. Sie betonte, wie sehr sie die Residenz in der Wiesbadener Villa schätze – eine Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen und sich ganz dem kreativen Schaffen zu widmen. Die Autorin, die die Jugendlichen mit ihrer Offenheit begeisterte, gab auch Einblicke in ihre Zukunftspläne: Sie beabsichtigt, zwei neue Kinderbücher zu schreiben, hat bereits die Farben der künftigen Buchumschläge ausgewählt und Präsentationen ihres bereits erschienenen Werkes geplant, an denen auch die beratenden Experten mitwirken werden. Auf die jungen Leserinnen und Leser wartet dort eine besondere Überraschung: Sie können den Prototyp des im Buch eine wichtige Rolle spielenden Autos namens „Erdbeere Himbeere“ (Braškė Avietė) aus nächster Nähe sehen und anfassen.
Mit großem Interesse erkundigte sich die Autorin bei den Siebtklässlern nach ihren aktuellen Lektüren und sprach über den Wert des Lesens. Die Begegnung hinterließ bleibenden Eindruck: Eine Schülerin entschloss sich direkt nach dem Gespräch, als Erste das der Schulbibliothek geschenkte Buch über Liutės Abenteuer auszuleihen. Da V. Maksvytė Feedback besonders am Herzen liegt, blickt sie Rückmeldungen und Eindrücken mit großer Freude entgegen.
Begleitet von der Litauischlehrerin trafen sich die beiden Gäste abschließend mit Schulleiterin Rasa Weiß und besichtigten das Schulgelände, den Park sowie das historische Schloss Rennhof.